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Embryologie „Struktur als Bewegung“: Biodynamisches Verständnis und Selbsterfahrung. 21. – 23. Februar 2020

21. Februar 2020 - 23. Februar 2020

Embryologie

mit Konrad Obermeier (dem Herausgeber der neu bearbeiteten Werke von Erich Blechschmidt) und Marisol Valente

Wie kommt es, dass eine einzige Zelle beginnt zu wachsen und sich dabei über viele Veränderungen und Wandlungen zu einem Körper entwickelt, der im Prinzip so ist wie alle anderen auch, aber dennoch ein vollkommen einzigartiges Individuum mit ganz spezifischen Stärken und Schwächen, Anlagen und Möglichkeiten verkörpert?

Als eine sehr weitgehende und tiefe Erklärung hat schon der Embryologe Blechschmidt ein biodynamisches Modell beschrieben, das der Erfahrung des craniosacral Arbeitenden Erklärungen liefert: es wirken zum einen epigenetische Einflüsse, also nicht von der DNA gesteuerte, unspezifische Wachstumsreize, die über die Flüssigkeiten vermittelt werden, und zum anderen die genetische Information, die diese Wachstumsreize moduliert. Und beides zusammen bewirkt, dass sich ein körperliches Individuum einzigartig entsprechend seines Potentials entfaltet.

Hinter den in den Flüssigkeiten wirkenden Wachstumsimpulsen steht – dem Craniotherapeuten wohl vertraut – eine Bewegung, eine Dynamik, die sich gewissermaßen Form gibt, die sich einwebt in die körperliche Gestalt und sie aber beständig weiter durchdringt und in ihr wirkt und sie beeinflusst und (mit)gestaltet.

Die vielen Wandlungen, die der kleine Körper immer wieder durchmacht, werden aber zu jeder Zeit vollkommen in den Gesamtausdruck dieser sich selbst organisierenden Struktur integriert. Es gibt also (im Normalfall) trotz vielfacher nahezu kompletter Umstrukturierung des gesamten Systems keinen Bereich des Körpers, der nicht vollständig und harmonisch zum gesamten System dazugehören würde – strukturell und in der Funktion.

Strukturelle Integration ist also sozusagen eine normale Grundfunktion eines jeden Embryos; und damit kann er etwas, was wir im Erwachsenenalter oft nur über therapeutische Interventionen bewerkstelligen können. Auch deswegen ist die Beschäftigung mit der Embryonalentwicklung so sinnvoll für den Craniotherapeuten, sowohl in der Selbsterfahrung im Sinne des Erlebens des „Embryos in uns“ und seinen Bewegungen, seiner tiefen Anbindung an die gestaltenden Kräfte des Lebens und seinen Ressourcen, als auch im Verstehen und Nachvollziehen dessen, was alles an Phasen und Wandlungen passiert in diesem so wichtigen Abschnitt unseres Lebens.

Mit einem grundlegendem Verständnis davon, wie sich Form durch Wachstum einerseits und Differenzierung andererseits entwickelt, kann Anatomie mehr sein als eine statische Beschreibung fester Formen – sie kann lebendig sein und sogar poetisch!, und kann stets als faszinierender Ausdruck einer verborgenen Bewegung erkannt werden.

Die Inhalte im Einzelnen:

– Eine kurze Erinnerung an fundamentale Aspekte der Zelle: Membran, Zytoplasma, Zellkern…

– Erste Zellteilungen und Entwicklung des Blastocyst – Differenzierung

– Adplantation und Implantation – frühes Wachstum

– Die Entwicklung von Grenzgewebe und Binnengewebe als räumliche Grundlage von metaboler Polarisierung

– Die Entstehung von Dottersack, Amnion und Chorion

– Druck (Flüssigkeit) und Spannung (Oberfläche) als primäre Entwicklungskräfte

– Das Beziehungsfeld von Position, Form und Funktion

– Der Notochord – ein dynamischer Prozess als Grundlage der Formierung von Mittellinie und Zentralachse

– Die Craniale Basis als zentrales Entwicklungsfulkrum

– Neuro-vaskuläre Leitstrukturen als formative Gestaltungselemente

– Späte metabole Felder und metabole Gradienten als ursprüngliche Entwicklungsreize.

Praktische Übungen:

– Kontakt mit der extra-zellulären Matrix

– Kontakt mit der Mittellinie

– Beziehung zum embryologischen Feld

– Kontakt mit funktionalen Fulkren

– Beziehung zu Flüssigkeitsfeldern

– Beziehung zu Neuro-Vaskulären Strukturen

Wir nennen die uns innewohnende ‚Erinnerung‘ an unser eigenes Wachstum das embryonale Feld. Dieses Feld kann uns Zugang zu einem natürlichen, dem Körper eigenen Wissen ermöglichen, einem Raum, der mit aufmerksamen Händen erspürt werden kann. Das und die Kontaktaufnahme zu einzelnen Aspekten davon und ihrem Weiterwirken in uns Menschen ist Gegenstand der praktischen Übungen.

Wochenendkurs: Freitag 21.-23. Februar 2020, 16 Uhr bis ca. 15.00
Kosten:   320 Euro
Zielgruppe: Praktizierende oder Studierende von Cranio (mindestens vier absolvierte Kursblöcke) oder Osteopathie
Information und Anmeldung: Telefon 089-54785674
Keine Online-Anmeldung möglich, bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Details

Beginn:
21. Februar 2020
Ende:
23. Februar 2020
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Heilpraxis Kern
Grimmstr. 1
München, 80336 Deutschland
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Änderungen vorbehalten

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